CASTOR


Die Verarbeitung von Plutonium zu MOX-Brennelementen und deren Einsatz in Leichtwasserreaktoren stellt keine Vernichtung von Plutonium dar, weil die bei der Kernspaltung abgebauten und neugebildeten Plutoniummengen sich in etwa die Waage halten. Die Bürgerinitiativen fordern, dass die "abgebrannten" Brennelemente so belassen werden wie sie sind, damit Kosten und Gefährdung des in Mülheim-Kärlich angefallenen Atommülls begrenzt werden und die kontinuierliche radioaktive Verseuchung von Luft, Land und Wasser durch die Wiederaufarbeitung in La Hague nicht durch deutschen Atommüll verursacht wird.

Dem Stromkonzern RWE und der Bundesregierung werfen die Bürgerinitiativen vor, wider besseren Wissens an dem teuren und gefährlichen Irrweg der Wiederaufarbeitung festzuhalten. Von den Medien erwarten die Bürgerinitiativen nicht nur Berichterstattung über spektakuläre Protestaktionen sondern allgemeinverständliche Information über den Schaden, den die Wiederaufarbeitung von Atommüll und die ungelösten Probleme der Endlagerung für zukünftige Generationen bedeuten wird. Jedesmal waren zwischen 5.000 und 10.000 PolizeibeamtInnen zum Schutz der Atomzüge im Einsatz. Polizeigewerkschaften, Innenminister der Länder und Bundesinnenminister Schily streiten derzeit hinter den Kulissen um die so nicht mehr aufrechtzuerhaltende Belastung der Einsatzkräfte. Alleine in diesem Jahr sind mehr als 50 weitere Transporte ins Ausland geplant.

Hannover, den 07.06.01. Der Zeitplan für die Atomtransporte von deutschen Reaktoren zu den Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich und Großbritannien kann wegen der anhaltenden Proteste von AtomkraftgegnerInnen nicht eingehalten werden. Ein für diese Woche geplanter Sammeltransport aus den AKWs Philippsburg und Biblis mußte auf kommenden Montag verschoben werden. Der für nächste Woche vorgesehen Atommüll-Zug aus dem niedersächsischen Stade fällt deshalb voraussichtlich ganz aus. Ursache ist eine massive Überlastung der Polizei aufgrund der seit Ende März wieder rollenden Atomtransporte. Seit dem Castor- Transport nach Gorleben darf hochradioaktiver Atommüll wieder zu den Plutonium-Fabriken in La Hague und Sellafield gebracht werden. Bei den bisher drei Transporten im April und Mai kam es bundesweit zu Aktionen von AtomkraftgegnerInnen.